SPD-Vorschlag wird Realität: Eine Fahrradtiefgarage für den Pasinger Bahnhof

SPD Pasing
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APR

Noch lehnen die Fahrräder auf der Nordseite des Pasinger Bahnhofs am Bauzaun. Da Fahrradstellplätze am Pasinger Bahnhof schon jetzt Mangelware sind, wird jeder freie Ort zum Parken der Drahtesel verwendet. Doch das könnte sich bald ändern. Am Montag, 29. April, präsentierte der Bauherr, der kürzlich die letzte verbliebene Freifläche des ehemaligen Weyl-Geländes erworben hatte, im Unterausschuss Planung des Bezirksausschuss 21 Pasing-Obermenzing Pläne für den Bau eines unterirdischen Fahrradparkhauses mit über 2.700 Stellplätzen. Das Projekt geht zurück auf eine Idee der Pasinger SPD.

Seit 2009 hat sich die SPD-Fraktion im BA 21 immer wieder mit einem Konzept zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes Pasing Nord beschäftigt. Im Januar 2015 wurde konkret gefordert: Erstellung eines Fahrradabstellkonzepts und einem besonderen Stellbereich für wertvolle Fahrräder, wie E-Bikes. Im Mai desselben Jahres wurde beantragt, die Fahrradstellplatzanlage am Pasinger Bahnhof Nord zu erweitern. Von Juni 2016 stammt dann die Forderung nach einem Zeitplan, wie der nördliche Bahnhofsvorlatz neu gestaltet werden soll. Auch eine Erweiterung der Fahrradabstellanlagen, z.B. als Fahrradparkhaus oder unterirdisch, sollte dabei Berücksichtigung finden.

Konkret wurde die Idee aber dann durch einen Stadtratsantrag der Pasinger SPD-Stadträte Dr. Constanze Söllner-Schaar und Christian Müller von Dezember 2017. Darin heißt es: „Die LHM prüft Möglichkeiten, eine unterirdische, mehrgeschossige Fahrradgarage mit mind. 1500 Abstellplätzen am Pasinger Bahnhof an der Nordseite unter dem städtischen Grundstück und unter dem privaten Grundstück mit der Flurnummer 735/12 zu errichten. Für den Bau der Fahrradgarage könnte als Vorbild die unterirdische Fahrradgarage in Utrecht dienen.“

Nach einem Besuch der Fahrradtiefgarage im niederländischen Utrecht war Stadträtin Söllner-Schaar auf die Idee gekommen, dass unterirdisches Fahrradparken auch eine Lösung für den Pasinger Bahnhof sein könnte. „Wer im Sommer am Nordausgang des Pasinger Bahnhofs einen Abstellplatz für sein Fahrrad sucht, weiß, dass die zur Verfügung stehenden Stellplätze häufig mehr als überfüllt sind. Durch den Zuzug im Baugebiet Paul-Gerhardt-Allee wird sich die Situation wahrscheinlich noch verschärfen und die Abstellsituation noch chaotischer werden. Als ich das Utrechter Radlparkhaus gesehen habe, war mit sofort klar: das wäre auch eine Idee für Pasing!“

So könnte die Fahrradtiefgarage aussehen. Eine Delegation des Pasinger SPD-Vorstands am Nordausgang des Wolkentunnels mit einem Bild des Utrechter Parkhauses (v.l.n.r.: Viola Drewanz, Richard Roth, Raoul Koether, Franziska Messerschmidt, Christian Steinau). Bild: SPD Pasing/CU2030/Ector Hoogstad Architecten

Bei einem Ortstermin am Ausgang des Wolkentunnels machte sich am vergangenen Wochenende eine Vorstandsdelegation der Pasinger SPD ein Bild der Lage. Die Pasinger SPD-Vorsitzende Franziska Messerschmidt erklärte: „Die SPD Pasing stellt schon seit vielen Jahren klar, dass wir mit unseren Radinitiativen die Partei sind, die sich am meisten für die Interessen der Radlerinnen und Radler im Münchner Westen stark machen. Wir sind die Radlpartei. Während andere nur fordern und dann doch eher verhindern, setzt die SPD fahrradfreundliche Maßnahmen einfach um! Beispiele dafür sind unter anderem die Aufstellflächen vor den Ampeln im Pasinger Zentrum, die Fahrradständer am Viktualienmarkt oder die Fahrradbrücke zwischen Bahnhof und dem Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee.“ Für den Bau dieser Fahrradbrücke über die Offenbachstraße haben die Vorbereitungsarbeiten bereits begonnen.

Dennoch bleibt noch einiges tun, um die unübersichtliche Verkehrssituation am Nordausgang des Pasinger Bahnhofs zu ordnen. Stadtrat Christian Müller: „Die stufenfreie direkte Zufahrt zum Wolkentunnel vom Fahrradweg, aber auch vom geplanten Fahrradparkhaus aus, muss sichergestellt werden. Auf Grund des knappen Platzes ist das sicher nicht ganz einfach zu lösen, auch weil ein Teil des Grundes dazu der Deutschen Bahn gehört. Dieser Zufahrtsweg ist aber zwingend notwendig. Ich hoffe deshalb, dass dafür eine Lösung im überfälligen Verkehrskonzept Pasing Nord zu finden ist. Wir werden da leider von der Stadtverwaltung immer weitervertröstet. Die Verzögerung ist den Pasinger Bürgerinnen und Bürgern aber wirklich nicht länger zuzumuten.“